Vermutlich fast gleichzeitig und unabhängig voneinander wuchs in Monica und Ursina die Vision, Brautkleidern eine ganz bestimmte neue Aufgabe zu geben, die Aufgabe verstorbene Kinder und Neugeborene zu umhüllen und auf ihrer letzten Reise zu begleiten.

Ursina hatte bereits eine beachtliche Anzahl Brautkleider für diese Vision gesammelt, war jedoch mit der Findung von Schnitten und Näherinnen nicht so weit.

Zur gleichen Zeit enstand in der Nordwestschweiz bei Monica der Wunsch sogenannte "Angelgowns" zu nähen. Über amerikanische, englische und australische Organisationen, welche dies schon länger machten, lernte sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Schnitte. Auf der Suche nach einer ähnlichen Organisation fand sie über Umwege zu Ursina (danke liebe Sternentaler-Nähgruppen-Leiterin). Die ersten Kontaktaufnahmen via Messenger zeigten eine überraschende Einstimmigkeit, unsere Einstellungen zum Thema passten perfekt zueinander. Die Vision wurde greifbar. Wir fingen an, Testkleider herzustellen, auszusuchen was uns passt, auszuschliessen, was wir nicht wollten. Auf Facebook wurden wir aktiver und suchten Mitnäherinnen. Mäny  schloss sich uns an.

Schnell wurde klar, dass wir da etwas Grosses angerissen haben und nun zur Struktur und Absicherung einen Verein gründen mussten und wollten. Im November 2017 fanden sich Ursina, Mäny und Monica zur Gründerversammlung im "Kristallofen" in Flüelen ein, um die Unterschrift hinter ihre Herzenssache zu setzen.

Im Jahr 2018 stiess auch Andrea als Mitnäherin dazu.

Verschiedenste Engelskleider-Boxen oder Einzelteile haben den Weg bereits in die Schweiz gefunden. Stets im Gespräch mit Fachstellen, anderen Vereinen, Institutionen und Interessierten setzen wir uns dafür ein, dass der Verlust eines Kindes (egal wie alt) kein Tabu-Thema mehr sein darf und beraten Betroffene über all unsre bekannten Möglichkeiten, wie sie den Abschied ihres Kindes gestalten können.